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Kunstgegenstände in der Marienkirche, die früher in der Stiftskirche ihren Platz hatten.

Flügelaltar

Er wird Tabernakel oder Flügelaltar genannt, von Josef Bernhard Nordhoff (1880) als "eine Perle der Gotik" bezeichnet. Der Schlanke Turm erhebt sich über einer Nische. Ihre Vorderseite ist geöffnet: doch nach den vorhandenen Nietlöchern zu schließen, wird die wohl ursprünglich auch mit einer Gitterwand versehen gewesen sein. Die aufklappbaren Seitenwände zeigen auf ihrer Innenseite je eine weibliche Heiligenfigur mit Krone. Auf ihrer Außenseite ist jeweils ein eingravierter König zu sehen. Es liegt nahe, an eine Darstellung der Heiligen Drei Könige zu denken. Dann könnte in der Nische eine Marienfigur gestanden haben. Nach den Kunsthistorikern gehört dieses Kunstwerk aus vergoldetem Kupfer der Zeit um 1350 an (Hans Thümmler) oder dem Anfang des 14. Jahrhunderts (Rolf Fritz).


Fröndenberger Kreuz

Das Fröndenberger Kreuz  ist "auf den Armen tiefsymbolisch von knospenden Baumzweigen überwuchert, an den Enden mit den kreisförmig umrahmten Evangelistenzeichen besetzt" (J.B. Nordhoff). Dieses Kreuz ist eine Imitation, deren Original sich im Diözesanmuseum in Paderborn befindet. Reste von Nägeln auf dem Haupt des Originalkorpus können von der Befestigung einer Dornen- oder Silberkrone herrühren. Silberne Schuhe, die teilweise beschädigt sind, schützen Hände und Füße. Dieses Kreuz gehört der Mitte des 13. Jahrhunderts an (nach Hans Thümmler). Die Beschädigungen der Silberbleche an den Händen und Füßen des Korpus mögen bei einer Verehrung des gekreuzigten Christus durch Berühren oder Küssen verursacht worden sein.


Bei der Neugestaltung des Innenraumes im Zuge der Renovierung 2005/2006 ist das Fröndenberger Kreuz im Chorraum, oberhalb des Tabernakels platziert worden.


Monstranz

Die Monstranz wurde um die Mitte des 18. Jahrhunderts aus Silber hergestellt und zum Teil vergoldet. Das Gehäuse für die hl. Hostie wird von Darstellungen umgeben. Oben ist es Gottvater im Strahlenkranz, unten der hl. Geist in der Gestalt einer Taube, seitlich die Muttergottes und gegenüber an der anderen Seite der hl. Josef mit der Lilie.


Ablassbrief

Am 20. September 1341 stellte in Avignon ein Erzbischof und elf Bischöfe einen Ablassbrief aus: "Da wir nun wünschen, dass die Kirche in Fröndenberg in der Kölner Diözese, die zu Ehren der seligen Jungfrau Maria gegründet worden ist, mit gebührender Ehrerbietung besucht und von den Christgläubigen beständig verehrt wird, erlassen wir allen, die aufrichtig bereuen und gebeichtet haben ... jeder von uns 40 Tage Ablass von den ihnen auferlegten Sündenstrafen gnädig im Herrn." Der Kölner Erzbischof Engelbert III von der Mark bestätigt diesen Ablassbrief am 18. April 1365, was aus dem angehefteten Transfix hervorgeht.


Das kleine Tablett

Das kleine Tablett, das noch heute für die hl. Messe benutzt wird, besteht aus Silber. Sein Rand ist gewellt. Darauf ist nicht nur das Wappen des Stiftes Scheda genietet, auf ihm steht auch dieser Text: "Von Sr. Hochwürden Hochwohlgeboren dem Freiherrn Leopold von Dahl Probst zu Scheda geschenkt an die catholische Kirche zu Fröndenberg 1820."


Wandbehang

Der Wandbehang rechts in der Marienkapelle war ursprünglich ein Antependium (Behang vor dem Altartisch). Dargestellt ist, was über Bertholdus und Menricus berichtet wird. Bertholdus war ein Mönch des Klosters Scheda (Gut Scheda liegt zwischen Wickede und Fröndenberg). Er wollte die verdorbene Lebensweise der ländlichen Bevölkerung, die auf dem Hasleyberge zusammenzukommen pflegte, in die Ehre Gottes und Mariens umwandeln. Deshalb erbat er sich von seiner Schwester, der Einsiedelerin in der Klause "Aslen", das Marienbild, das der Vater aus Gegenden am Meere mitgebracht hatte. Bertholdus zog mit diesem Bild durch das Land, um Mittel für die Gründung eines Klosters zu sammeln. Zur Winterzeit entglitt es ihm auf dem Steg, der über die Ruhr führte. Da wurde es von Wasserfluten davongetragen. Auf Bertholdus Gebet hin kam es auf dem Wasser zu ihm zurück. Er starb, ohne sein Vorhaben verwirklicht zu haben. Das sollte seinem Bruder Menricus, einem Domherrn zu Lübeck, vorbehalten bleiben. Dieser verließ die Stadt an der Ostsee und bezog sich wie sein Bruder mit dem Marienbild zu den Orten der Umgegend. Dabei suchte er die Stadt Soest auf. Schließlich war es soweit, dass der Kölner Erzbischof Heinrich von Molenark eine Äbtissin und zwölf Nonnen sandte. So entstand das Kloster Fröndenberg. Es besteht die Ansicht, dass dieses Marienbild das bekannte Marienbild zu Werl ist.

© 2005 St. Marien Gemeinde Fröndenberg/Ruhr